Wie man HxD als
Disk-Editor zum Speichern von
Sektoren als Binär-Dateien verwendet


Copyright © 2013, 2016 von Daniel B. Sedory
NICHT in irgendeiner Form des Autors ohne Genehmigung vervielfältigt werden!
(Dies ist eine autorisierte Kopie des > originalen englischen Artikels für mh-nexus.de.)
[Das meiste dieser Seite wurde von Fiona Meg Riessler
übersetzt, aber Daniel B. Sedory ist für Fehler verantwortlich.]



Die folgenden Schritte zeigen, wie jegliche dem 'Benutzer zugänglichen Daten' (von 1 Byte bis etwa 1 Gigabyte[1]), als eine binäre Datei mit HxD (ein Hex- & Disk-Editor), gespeichert werden kann. Speichern Sie den MBR (Master Boot Record) einer Festplatte, den Volumen-Bootsektor, oder kopieren Sie mehrere Sektoren (wie z.B. die ersten 100 oder 2100). Daten können von einer HDD (mechanischen Festplatte), SSD (Solid State Drive - ohne beweglichen Teile), wechselbare Disketten in einem Diskettenlaufwerk, USB - Laufwerke[2], einer CD oder DVD in einem optischen Laufwerk[3] oder auch aus dem Arbeitsspeicher des PCs ausgelesen und in einer Datei gespeichert werden.

Bitte Beachten: Wenn Sie HxD unter Windows Vista, 7, 8 oder 10 ausführen wollen, müssen Sie, im Gegensatz zu Windows® XP, explizit Administrator-Rechte gewähren, um überhaupt Daten von einem Laufwerk lesen zu können! Daher müssen Sie das Programm wie folgt starten: 1) Rechtsklicken Sie auf "HxD.exe" oder auf  das Desktop-Icon, wählen Sie dann "Als Administrator ausführen". 2) Wenn Sie gefragt werden, ob Sie Änderungen von HxD zulassen möchten; auch wenn Sie nur auf ein Laufwerk lesend zugreifen wollen, müssen Sie auf "Ja" klicken, um auf irgend ein Laufwerk zuzugreifen. Hinweis: Für einfaches Lesen und schreiben von Dateien von/zu einen Logischen Laufwerk welches in Windows erscheint, brauchen Sie keines der Beiden zu tun!


Abbildung 0.a
 

 

Abbildung 0.b ->

Hinweis: Wenn Sie Tastaturkürzel mögen, drücken Sie die 'ALT'-Taste und die Tastaturkürzel werden in den Menüs unterstrichen dargestellt.

Wie speichere ich Daten von Speichermedien zu Binär-Dateien

1. Öffnen Sie HxD's "Extras"-Menü und wählen Sie "Datenträger öffnen..." um auf angeschlossene Speichermedien auf dem PC zuzugreifen. (Hinweis: Klicken auf das 'Datenträger öffnen-Symbol' BLAU eingekreist in Abbildung 1a unten wird das Gleiche tun.) Wenn Sie viele Festplatten oder Partitionen haben, kann es einige Zeit dauern bis HxD sie untersucht hat und auf sie zugreifen kann. Ein Datenträger öffnen Fenster wird schließlich erscheinen. Sie können entweder "Logische" Laufwerke (Windows ordnet Buchstaben für logischen Laufwerken an) oder auch "Physische Datenträger" wählen.

HINWEIS: Für diese Übung wählen Sie "Festplatte 1", wie hier gezeigt und stellen Sie sicher, dass "Schreibgeschützt öffnen" aktiviert ist (so dass Sie nicht versehentlich auf das Laufwerk schreiben):


Abbildung 1.a

Verwenden Sie Ihre Maus, oder 'ALT + X' auf
der Tastatur, um Logische oder Physische
Datenträger zu öffnen. Physische Plattentypen
beginnen mit Ziffer '1'.

2. HxD wird immer 'Sektor 0' eines Plattenlaufwerks öffnen; Hier sehen wir den Beginn des MBR-Sektors auf einer 750 GB Festplatte:


Abbildung 2.

Lernen einiger grundlegenden Bedienelemente. Wir empfehlen Ihnen einige Zeit in Anspruch zu nehmen, um zu sehen, was passiert, wenn Sie folgendes tun:

[Hinweis von Fiona: Zum deutschen Tastatur-Layout: Strg für Steuerung ist Englisch die Ctrl (Control)-Taste. Die Bildlauftasten oder Bild mit Pfeil nach oben oder unten-Taste ist auf Englisch die Page Up oder Page Down-Taste. Die Home-Taste ist auf Deutsch die Pos1-Taste.]

3. Verwenden Sie die Punkte 2. d) 1), 2) oder 3) um sicherzugehen, dass Sie bei 'Sektor 0' sind.
[Unabhängig davon ob ein Windows oder Linux-Betriebssystem vom Plattenlaufwerk startet, es sollten sich immer etwas Code oder Daten im ersten Sektor befinden. Egal ob es ein 'Basis' oder ein 'Dynamisches' Laufwerk ist, oder auch GPT partitioniert, die Partitions-Tabelle sollte zumindest immer einen Eintrag haben, damit kein MBR-Utility denkt, das Laufwerk sei nicht partitioniert!]

4. Auswählen der ersten Bytes zum Kopieren: In Schritt 2, haben Sie gelernt wie Sie Bytes auswählen, indem Sie mit dem 'Maus-Zeiger' darüber ziehen, aber für eine größere Anzahl von Sektoren, ist es das Beste das "Block markieren"-Fenster (in Abbildung 3 unten) durch einfaches drücken der "Strg + E"-Tasten zu öffnen. Es kann auch über das Menü "Bearbeiten" und Block markieren geöffnet werden.

  Abbildung 3. So wählen Sie die ersten 100 oder 2100 Sektoren eines Laufwerks

Stellen Sie in diesem Pop-up-Fenter sicher, dass Sie:

a) Dieses auf "dez" (dezimal) setzen; es sei denn, Sie möchten lieber in hexadezimal multiplizieren.
b) Setzen Sie "Start-Offset: " auf Null ("0"); wenn es nicht standardmäßig bereits so ist.
c) Markieren Sie Länge und schreiben Sie "51200" (512 Bytes pro Sektor x 100 Sektoren) in die "Länge: "-Box; die "Ende-Offset"-Box wird sich automatisch zu 51199 ändern; da Offsets immer bei '0' zu zählen beginnen.
d) Klicken Sie auf "OK".

Um die ersten 2100 Sektoren auszuwählen, wie in Schritt c) (siehe Abbildung 3), tragen Sie "1075200" (512 Bytes pro Sektor x 2100 Sektoren) ein. Um nur den MBR Sektor auszuwählen, schreiben Sie 512 in die 'Länge'-Box.

5. Um die 'Ausgewählten' Bytes zu KOPIEREN, brauchen Sie nur einen der folgenden Schritte tun:

6. Um die kopierten Bytes in eine binäre Datei zu speichern, gehen Sie wie folgt vor:

7. Rechtsklicken Sie auf die Registerkarte und schließen Sie sie. Überprüfen Sie, ob die Datei korrekt in dem Ordner gespeichert wurde, welchen Sie gewählt haben.

 

 


Fußnoten

1[Zurück zum Text] Die Menge der Daten, welche kopiert werden können, hängt davon ab, wieviel Speicher verfügbar ist. Auch der kommerzielle hex/disk-Editor, WinHex, hat diese Begrenzung, wenn versucht wird Daten von einer großen Datei in einer anderen zu kopieren. Wenn ein PC mit einem 32-bit-Betriebssystem läuft und 4 GiB Speicher installiert ist, die Menge an Daten welche kopiert werden können, wird wahrscheinlich bei grob geschätzt 1.5 GiB begrenzt liegen; in der Annahme, dass keine anderen Programme laufen; je nachdem wenn es weniger ist, hängt auch davon ab, ob Speicher für ein 'Onboard-Video-Adapter' oder andere Geräte, verwendet wird. (Hinweis: Obwohl wir 4 GB installiert haben; und wir bis zu 8 GB haben können, die Computer 'Eigenschaften' unter unser 32-bit Windows XP Pro-Betriebssystem zeigt, dass es nicht auf mehr als "3.24 GB RAM" zugreifen kann.) Somit scheint eine Begrenzung von 1 Gigabyte eine angemessene Annäherung für ein 32-bit-Betriebssystem zu sein. Für ein 64-bit-Betriebssystem; speziell wenn der PC 6, 8 oder auch mehr GiB an Speicher installiert hat, die Begrenzung wird sich entsprechend vergrößern. WinHex und Image-Programme, wie der FTK Imager, benutzen unterschiedliche Methoden, wenn sie ein ganzes Plattenlaufwerk (hunderte von Gigabytes oder einige wenige Terabytes) zu einer Image-Datei speichern!

2[Zurück zum Text] USB (oder 'wechselbare') Laufwerke sind zumeist als ein einzelnes Laufwerk formatiert, der erste Sektor des Laufwerks ist sein Volumen-Bootsektor; somit existiert kein MBR-Sektor (oder eine Partitionstabelle) auf solchen Laufwerken. Das ist auch für Disketten gültig. Microsoft® Windows™ erlaubt es generell nicht, Wechsellaufwerke zu partitionieren. Dennoch gibt es Hilfsprogramme (Utilities) welche USB-Laufwerke partitionieren können, weshalb es möglich ist, den MBR-Sektor und Partitionen auf ein Wechsellaufwerk zu finden. Selbstverständlich, wenn Sie einen IDE(oder SATA)-zu-USB-Adapter mit einem Plattenlaufwerk verwenden, dürfte das Laufwerk bereits partitioniert sein. Abbildung 4 zeigt den Beginn eines FAT32 formatierten 8 GB USB-Laufwerkes:


Abbildung 4.

3[Zurück zum Text] CD und DVD-Medien haben gewöhnlich Sektoren von je 2048 Bytes, mit nicht lesbaren Daten in den ersten 16 Sektoren.
  Abbildung 5 zeigt 'Sektor 16' (der siebzehnte Sektor) für eine Installations-CD für das Ubuntu Linux 10.04 LTS (64-bit)-Betriebssystem:


Abbildung 5.

Diese Kopie wurde am 28. März 2016 (28.03.2016) von Daniel B. Sedory für Maël Hörz erstellt.